Die Fusion ist beschlossen

Vertreterversammlung stimmt dem Verschmelzungsvertrag zur VR-Bank Isar-Vils eG zu

Vilsbiburg. „Sie haben eine weitreichende, zukunftsorientierte Entscheidung getroffen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der VR-Bank Vilsbiburg, Richard Erhardsberger, nach der Abstimmung der Vertreterversammlung am Mittwochabend im Hotel Kongressissimo. Ohne Gegenstimme wurde die geplante Verschmelzung mit der Raiffeisenbank Geisenhausen rückwirkend zum 01. Januar 2017 beschlossen. Die neue VR-Bank Isar-Vils sei wettbewerbsfähiger im Markt: „Dies war ein großer Beitrag zur langfristigen Existenzsicherung Ihrer Bank.“


„Die Braut hat ja gesagt“, sagte Vorstandsmitglied Anton Schaumeier, als er für die angestrebte Verschmelzung der VR-Bank Vilsbiburg mit der Raiffeisenbank Geisenhausen warb. Denn am Vorabend hatten rund 82 Prozent der anwesenden Mitglieder in Geisenhausen nach längerer, teilweise kontroverser Diskussion dem Vorhaben zugestimmt.


Nachdem die VR-Bank Vilsbiburg als das größere Institut die übernehmende Bank dieser Fusion ist, waren die Bedenken hier ungleich weniger. Zudem hatten die Vorstände der beiden Häuser von Anfang an mit offenen Karten gespielt und alle Beteiligten umfangreich informiert. Die Notwendigkeit dieses Schrittes rief Erhardsberger noch einmal kurz in Erinnerung: der demografische Wandel, die Digitalisierung, die anhaltende Niedrigzinsphase und eine wild wuchernde Bürokratie machen es kleinen Häusern immer schwerer, gegen die großen zu bestehen.


Die Nähe zu den Kunden ist zwar ein wesentliches Kriterium für eine funktionierende regionale Bank, aber gleichzeitig muss auch der Rest so gut laufen, wie bei der Konkurrenz, sagte Schaumeier: „Nur allein weil wir so nett sind, kommen die Leute nicht mehr.“ Eine Bank müsse ihre Kosten im Griff haben, das nötige Spezialwissen haben und den steigenden Finanzbedarf der ebenfalls wachsenden Unternehmen in der Region bedienen können.


Schaumeier wies darauf hin, dass mit der Fusion noch immer keine außergewöhnliche große Bank entstehe: „Gemeinsam haben wir eine Bilanzsumme von 918 Millionen Euro, die Sparkasse Landshut zum Beispiel hat heute schon das Vierfache.“ Er selbst habe bisher drei Fusionen begleitet: „Jede war richtig und erfolgreich.“


Gleiche Unternehmenskultur


Sowohl Erhardsberger als auch sein Geisenhausener Kollege Josef Müller berichteten, dass die Mitarbeiter beider Häuser begonnen hätten, in gemischten Arbeitsgruppen die technische Verschmelzung der beiden Unternehmen vorzubereiten. Dabei sei erkennbar, dass immer die als besser beurteilte Vorgehensweise genommen werde: Diese Harmonie zeige, dass man den richtigen Partner gewählt habe: „Unsere Firmenkultur ist sehr ähnlich.“


Bevor die wichtigen Beschlüsse zur Fusion unter der Leitung von Regionaldirektor Franz Penker vom Genossenschaftsverband Bayern und unter Aufsicht von Notar David C. König gefasst wurden, stellte Richard Erhardsberger die letzte Bilanz der VR-Bank Isar-Vils eG vor. Demnach hat sich die Bilanzsumme im Jahr 2016 um 25 Millionen Euro auf insgesamt 584 Millionen Euro erhöht. Die Einlagen haben sich um 29 Millionen Euro auf 480 Millionen erhöht, der Kreditumfang um 6 Prozent auf 369 Millionen Euro. Das Eigenkapital beträgt 45 Millionen Euro, der Jahresabschluss 1,8 Millionen Euro. Leicht rückläufig sind die Umsätze der drei Lagerhäuser, während die Immobilien-Tochter ein sehr positives Ergebnis erzielt habe.


Erhardsberger bezeichnete die Ertragslage der Bank 2016 als „noch gut“ und kündigte an, dass sie 2017 weiter sinken werde. Die Vertreter haben beschlossen, dass eine Dividende von 4 Prozent auf die Geschäftsguthaben der Mitglieder ausgeschüttet werden soll.


Turnusgemäß wurden Georg Krischner und Martin Wackerbauer in den Aufsichtsrat wiedergewählt. Zusammen mit den neu gewählten Aufsichtsräten Barbara Wohanka, Walter Deinböck, Wolfram Thoma und Andreas Kletzmeier aus Geisenhausen vervollständigen sie das künftig zehnköpfige Aufsichtsgremium mit Johann Luger an der Spitze. (Georg Soller, Vilsbiburger Zeitung, 24.06.2017)