Die Mitglieder müssen noch zustimmen

Zur Fusion der Raiffeisenbank gibt es im Juni eine Generalversammlung

Geisenhausen. Die Raiffeisenbank Geisenhausen möchte sich im Jahr 2017
mit der VR Bank Vilsbiburg zur neuen VR Bank Isar-Vils zusammenschließen. Über die Fortschritte dieser Fusion berichteten im Gespräch mit der Vilsbiburger Zeitung die beiden Direktoren Josef Müller und Michael Findelsberger und der Vorsitzende des Aufsichtsrats Walter Deinböck.

Ganz in trockenen Tüchern ist der Zusammenschluss beider Banken noch nicht, denn am 20. Juni müssen die Mitglieder bei der Generalversammlung dem Verschmelzungsvertrag zustimmen. Doch sind sich die drei Verantwortlichen einig, dass bei den kürzlich durchgeführten zwei Fusionsdialogen die Stimmung "grundsätzlich positiv" gewesen sei. "Wir hoffen halt, dass die Befürworter des Zusammenschlusses auch wirklich zur Generalversammlung kommen", war die übereinstimmende Meinung.

Im Monat März war der zweite Teil des Fusionsdialogs sowohl in Landshut in der Gaststätte Zollhaus als auch im Kommunikationszentrum der Raiffeisenbank Geisenhausen durchgeführt worden. Die Gespräche mit den Mitgliedern seien sachlich kritisch und konstruktiv geführt worden. "Die große Mehrheit der Mitglieder versteht die Sinnhaftigkeit der Fusion", und sei davon überzeugt, dass es der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt wäre.

In der augenblicklichen Situation könne die Raiffeisenbank Geisenhausen aus einer starken Position in die Fusion marschieren. Drei Herausforderungen würden den Zusammenschluss erfordern: Die Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank habe die Einkommensseite der Geldinstitute geschmälert. Gleichzeitig verlegte sich der Kontakt der Kunden vom Schalter aufs Telefon und auf das Online-Banking, und schließlich würden die Vorschriften des Gesetzgebers und der Zentralbank ungeheure Maße annehmen. Dadurch seien einerseits die Kosten geklettert, und andererseits sei das Betriebsergebnis der Bank durch den fehlenden Zinsüberschuss geringer geworden.

Neu: VR-Bank Isar-Vils

Mehrere Pflöcke setzten die drei Verantwortlichen: Es würden bei der Fusion alle Mitarbeiter übernommen, und es gebe keine betriebsbedingten Kündigungen. Der Kunde würde seine Ansprechpartner vor Ort behalten, und auch die Entscheidungskompetenz bleibe in Geisenhausen. Die Geschäftsstellen könnten erhalten bleiben, nur die Filiale in Reichlkofen müsste Mitte 2018 geschlossen werden. Die neue VR Bank Isar-Vils werde dann eine Bilanzsumme von über 900 Millionen Euro haben und beinahe 230 Mitarbeiter. In Vilsbiburg und in Geisenhausen gebe es dann jeweils eine Hauptgeschäftsstelle - die beiden Bankgebäude in Geisenhausen würden also weiter genutzt werden.

1,4 Millionen Kostensenkung

Zum Innenleben der Bank erklärten die Direktoren, einzelne Verwaltungsbereiche würden zusammengelegt. Deshalb werden 20 Mitarbeiter aus Geisenhausen nach Vilsbiburg wechseln und umgekehrt zehn Angestellte nach Geisenhausen. Das Geschäftsgebiet des neuen vergrößerten Geldinstituts sind die Stadt Landshut und der südliche Landkreis. Man verspricht sich von der Fusion einen Mehrertrag beim Zinsergebnis, ein höheres Provisionseinkommen und eine Kostensenkung von etwa 1,4 Millionen Euro bis zum Jahr 2021. Dadurch könne das Betriebsergebnis um 25 Prozent gesteigert werden. Ohne Kündigung sei mittelfristig geplant, die Personalstärke zu senken. Langfristig sei auch angedacht, die Anzahl der Vorstände auf zwei bis drei Personen zu senken. Die beiden Gremien des Aufsichtsrats würden in voller Personalstärke gemeinsam weiter ihren Aufgaben nachkommen und einen neuen Vorsitzenden wählen. "Mittelfristig wird der Aufsichtsrat jedoch weniger Mitglieder haben", kündigte Deinböck an.

Der Verschmelzungsvertrag für die Generalversammlung am 20. Juni wird in der Bank zur Einsichtnahme ausgelegt und in der Homepage veröffentlicht. Jetzt liegt es an den Mitgliedern der Raiffeisenbank Geisenhausen, ob sie bei der Generalversammlung im Juni der Fusion zustimmen werden. Vorsichtig optimistisch zeigte sich jedenfalls der Vorstandsvorsitzende Josef Müller.  (Peter Köppen, Vilsbiburger Zeitung, 22.03.2017)

Bild (von links): der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Walter Deinböck, und die beiden Direktoren Josef Müller und Michael Findelsberger (von links)