VR-Bank Isar-Vils zeichnet sich ab

Raiffeisenbank will 2017 mit der VR-Bank Vilsbiburg fusionieren

Geisenhausen. Die Raiffeisenbank Geisenhausen plant, sich im Jahr 2017 mit der VR-Bank Vilsbiburg zusammenzuschließen. Die neue VR-Bank Isar-Vils eG soll dann über 11.000 Mitglieder, mehr als 35.000 Kunden und eine Bilanzsumme von knapp 900 Millionen Euro erreichen. Bevor diese Fusion über die Bühne gehen kann, wurde die Vilsbiburger Zeitung im Pressegespräch über die Einzelheiten informiert.

Vorstandsvorsitzender Josef Müller und der Vorsitzende des Aufsichtsrats Walter Deinböck berichteten über den Fusionsdialog, der in zwei Veranstaltungen in Landshut und in Geisenhausen kürzlich stattgefunden hat. Dass sich dabei mehr als 150 Mitglieder für diese Thematik interessierten, habe ihn positiv überrascht, so Deinböck. Im Mittelpunkt sei die Frage gestanden, warum eine Fusion überhaupt notwendig sein könnte. Drei Argumente wurden von der Geschäftsleitung vorgebracht: Durch die Niedrigzinsphase sinke das Einkommen der Bank ständig. Außerdem müsse sie für die immer stärker werdende Digitalisierung einerseits vermehrt in Technik investieren, andererseits das Personal für den Schalter beibehalten. Das bedeute eine wesentliche Kostensteigerung, erklärte Müller. Schließlich ersticke die Bank unter den vielen gesetzlichen Bestimmungen und Vorschriften, die sie ebenso wie eine Großbank mit ihrem Personal bewältigen müsse. Bei den beiden Versammlungen stellten sich auch die drei Vorstände der VR-Bank Vilsbiburg den Mitgliedern vor: Richard Erhardsberger, Anton Schaumeier und Hubert Dietrich.

"Momentan geht es der Raiffeisenbank Geisenhausen noch gut", erläuterte Müller. Es gebe also keinen Zwang zur Fusion, sondern man könne sich aus freien Stücken den idealen Partner suchen. Außerdem gehe der deutschlandweite Trend in diese Richtung: Während es im Jahr 2000 noch rund 1800 selbstständige Genossenschaftsbanken gegeben habe, sei diese Zahl bereits unter 1000 gesunken. Trotz des geplanten Zusammenschlusses werde die neue VR-Bank Isar-Vils ein relativ kleines Geldinstitut bleiben. So habe beispielsweise die Sparkasse Landshut eine etwa viermal so große Bilanzsumme.

Alle Mitarbeiter bleiben

Wichtig war Müller und Deinböck, dass alle Mitarbeiter bei der Fusion übernommen werden können. Auch für die Kunden bleiben der bisherige Ansprechpartner und die Entscheidungskompetenz vor Ort. Die beiden Bankgebäude in Geisenhausen werden weiter als solche genutzt, und auch die Filialen würden bestehen bleiben. Nur die Weiterführung der Geschäftsstelle in Reichlkofen müsste noch diskutiert werden. Die beiden Aufsichtsräte bleiben in ihrer Zusammensetzung wie bisher, werden jedoch ein Gremium bilden. Im Februar 2017 sollen dann die Mitglieder zu einer nochmaligen Gebietsversammlung eingeladen werden, in der das Unternehmenskonzept detailliert präsentiert wird.

Die beiden Vorsitzenden von Vorstand und Aufsichtsrat betonten im Gespräch die Chancen der neuen Bank. So könne man eine Immobilienvermittlung mit Hausverwaltung anbieten und habe mehr Mittel für große Kreditanfragen zur Verfügung. Die Rationalisierungsmaßnahmen im Personalbereich und auf Vorstandsebene würden erst mittelfristig greifen: Das heißt, es sollen keine Mitarbeiter betriebsbedingt gekündigt werden. Außerdem sehen Müller und Deinböck in der Entwicklungsachse von Landshut über Geisenhausen bis Vilsbiburg langfristige Chancen als zusammenhängendes Marktgebiet.

75 Prozent notwendig

In den beiden Dialogforen sei sachlich kritisch, aber konstruktiv diskutiert worden. Wie Josef Müller erläuterte, fänden es viele Mitglieder schade, dass die langjährige Geschichte der Raiffeisenbank Geisenhausen zu Ende gehe. Doch sei die überwiegende Mehrheit der Meinung, dass die Fusion der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt wäre. Beschlossen werde der Zusammenschluss im Frühsommer 2017. In der Generalversammlung können dann die Mitglieder über den Verschmelzungsvertrag abstimmen. Dabei sei eine Zustimmung von 75 Prozent notwendig. Hier aber ist Müller guter Hoffnung: "Aus dem Bauch heraus" erwartet er, dass etwa 90 Prozent der Mitglieder für die Fusion stimmen werden. Peter Köppen (Vilsbiburger Zeitung, 09.11.2016)

Die beiden Gebäude der Raiffeisenbank Geisenhausen werden auch nach dem Zusammenschluss zur neuen VR-Bank Isar-Vils ihre Funktion behalten. Foto: -Peter Köppen (Vilsbiburger Zeitung, 09.11.2016)
Vorstandsvorsitzender Josef Müller (links) und der Vorsitzende des Aufsichtsrats Walter Deinböck empfehlen den Mitgliedern, für die Fusion der Bank zu stimmen. Foto: -Peter Köppen (Vilsbiburger Zeitung, 09.11.2016)